BILDER VOM HOCHZEITSTISCH
Die Hochzeitsgäste sind auf jeden Fall wichtig. Sie sind die Menschen, die Sie einladen, um mit Ihnen einen der unvergesslichsten Tage ihres ganzen Lebens zu teilen. Sie opfern ein
Wochenende, um zu Ihrer Hochzeit zu kommen, buchen Hotelzimmer und bringen Geschenke mit. Einige reisen sogar aus dem letzten Fleckchen Erde an, um Teil Ihres großen Tages zu sein. Es ist also
verständlich, dass Sie Ihnen Ihre Dankbarkeit auf eine ganz besondere Weise zeigen - mit den Aufnahmen ihrer Gesichter, damit Sie sich auch in zwanzig Jahren noch an sie und Ihre Großzügigkeit
erinnern.
Fotos scheinen da die perfekte Lösung zu sein. Richtig? Und das können Sie auch sein. Aber bevor Sie Ihren Hochzeitsfotografen bitten, während des Empfangs an jeden einzelnen Tisch zu gehen
und Fotos jedes einzelnen Gastes oder des ganzen Tisches zu machen, sollten Sie Folgendes bedenken: So einfach es auch klingt sind Tischfotos gegebenenfalls nicht die beste Lösung für Sie,
Ihre Gäste oder Ihren Hochzeitsfotografen sind.
Unsere preisgekrönten Fotografen tragen ihren Teil dazu bei.
WARUM NICHT? LASSEN SIE UNS MAL DIE GRÜNDE AUFZÄHLEN
Porter Gifford, WPJA-Preisträger hat seit 15 Jahren kein Tischfoto mehr gemacht.
Und die Tatsache, dass Tischfotos mit auf dem Tisch verteilten Bierflaschen neben halb leer gegessenen Tellern generell nicht sehr ansprechend sind, hat damit nichts zu tun. "Das ist
individueller Geschmack", sagt er. "Sie sind nicht sonderlich dynamisch, und auch nicht besonders lustig."
Gifford erklärte, dass er einen weiteren Fotografen buchen würde, bevor er die Aufnahmen selber macht. "Jemand, der einen (Hochzeits-)Fotografen sucht, möchte wahrscheinlich keine
Tischfotos", sagt er.
Fotojournalisten sind für ihre spontanen, wirklichkeitsnahen Momentaufnahmen bekannt, dafür, die Ereignisse zu dokumentieren, wie sie sich natürlich zutragen, und nicht eine
Gästeaufstellung. Denken Sie an die realen Momente, die Ihr Hochzeitsfotograf dabei vielleicht verpasst. Wie die Braut mit dem Blumenmädchen tanzt, oder der Bräutigam mit seinen Freunden
lacht.
Das Herumschleichen um die Tische könnte außerdem von den Gästen als störend empfunden werden, die nicht wissen, dass das Brautpaar das so gewünscht hat. WPJA-Mitglied
Bill Holland macht keine Tischfotos ohne Braut und Bräutigam. "Wir möchten die Gäste nicht
beim Essen stören. Wenn Braut und Bräutigam das machen, scheint das für die Gäste ein bisschen angenehmer zu sein", sagt er.
Aber auch das ist nicht die ideale Lösung. Der Fotograf macht das gern, wenn die Kunden es wirklich wünschen, aber er warnt sie auch: "Das dauert ziemlich lang. Möchten Sie den Empfang
damit verbringen, ungezwungen mit Ihren Gästen zu reden, oder mit jedem zu posieren?"
Die Braut und der Bräutigam realisieren vielleicht gar nicht, wie viel wertvolle Zeit und Mühe Tischfotos kosten. Sie sind nicht einfach ein kurzer Halt an jedem Tisch mit einem kurzem
Schnappschuss. Warum benötigt diese so einfach erscheinende Aufgabe so viel Zeit? Es ist sehr selten, dass jeder am Tisch sitzt, wenn der Hochzeitsfotograf vorbeikommt. Die Gäste müssen um den
Tisch herum sitzen. Der Fotograf weiß nicht, wer wer ist, oder wer an welchen Tisch gehört. Wie Romine es ausdrückt: "Es ist ein Albtraum".
Wenn der WPJA Preisträger Richard Nowitz ein Tischfoto macht, möchte er auch, dass es
gut aussieht. Das heißt also noch mehr Organisation, Zeit und Energie. "Ich stelle die Stühle zurecht und sorge dafür, dass alles gut aussieht. Ich bitte die Frau, sich hinzusetzen, und ihren
Mann, sich dahinter zu stellen, und lasse dann das Brautpaar in die Mitte. Ich fotografiere es schön und eng, so dass ich das Chaos auf dem Tisch nicht sehe", erklärt Nowitz. "Wenn Sie
Hunderte Menschen fotografieren müssen, wird das zu einer wahren Geduldsprobe. Alle Leute an den Tisch zu bekommen; Ich muss dauernd an Tische zurückkommen, wo jemand fehlt."
Holland drängt Braut und Bräutigam dazu, wirklich darüber nachzudenken, wen sie dafür buchen. "Sie müssen sich fragen, ob Sie wirklich einen (Hochzeits-)Fotografen für Ihre Hochzeit möchten
oder nicht. Und vielleicht möchten Sie es nicht", warnt er. Vielleicht sind die Tischfotos nur ein bestimmter Wunsch einer sonst sehr offenen, ungestellten Annäherung. "Oder es kann ein
Hinweis darauf sein, wie Sie Ihren ganzen Tag dokumentiert haben möchten. Bei dieser Entscheidung können wir dem Kunden bei der ersten Beratung helfen", sagt Holland.
WEITERE MÖGLICHKEITEN
Wenn Braut und Bräutigam wirklich Hochzeitsfotojournalismus möchten, es Ihnen aber immer noch sehr wichtig ist, Fotos von den Gästen machen zu lassen, gibt es möglicherweise Alternativen zu
den gefürchteten Tischfotos, die besser wären.
Manche lösen das Schlamassel dadurch, dass Sie Einwegkameras an jedem Tisch lassen und ihre Gäste mit einer kleinen Notiz oder persönlich darum bitten, Fotos voneinander zu machen. Wenn
Ihre Gäste erwachsen (und nicht allzu alkoholisiert) sind, können Sie vielleicht besser Anweisungen befolgen. "Ich würde davor warnen, dass Kinder sich die Kameras schnappen werden. Das ist
vielleicht genau das, was Sie möchten, aber Sie sollten in der Lage sein, trotzdem eine durchdachte Entscheidung zu treffen", sagt Holland.
"Meine Aufgabe ist es, Ihnen passende Alternativen zu bieten und dabei trotzdem die Integrität eines Hochzeitsfotografen zu bewahren. Wir versuchen, uns während der Hochzeit und dem Empfang
so unauffällig wie möglich zu verhalten, was allerdings natürlich sehr schwer ist, wenn Sie um jeden Tisch gehen und die Gäste bitten, für Fotos zu posieren", erklärt Holland.
Stattdessen versuchen Holland und seine Frau - seine Geschäftspartnerin, auch WPJA-Mitglied und Wettbewerbsgewinnerin - sich auf die Gäste während anderen, natürlicheren Momenten zu
konzentrieren. Auf diese Weise entsprechen die Fotos der Gäste eher der Art fotojournalistischer Arbeit, die ihnen am besten liegt. "Wir versuchen, viele unterschiedliche Aufnahmen der
Menschen zu machen, was den Bedarf an Tischfotos senkt", sagt Bill. "Wir versuchen, sie bei Cocktails oder beim Tanzen zu fotografieren, wenn sie Spaß haben, sich unterhalten und aktiv sind,
und nicht, wenn sie mit einem für die Kamera eingefrorenen Lächeln um einen Tisch sitzen", fügt
Anne hinzu. Auf dem hier zu sehenden Foto fotografierte Anne beispielsweise den ganzen Tisch von Braut und Bräutigam beim Anstoßen, als Sie fotografiert, wie Braut und Bräutigam sich nachder
Rede des Trauzeugen küssen. "Das ist kein gewöhnliches Tischfoto, da niemand in die Kamera guckt oder überhaupt merkt, dass da eine Kamera ist. Ich schätze, man könnte eine Aufnahme wie diese
auch stellen, aber wenn man das täte, würde es nicht die Spontaneität und Ausgelassenheit ausdrücken", sagt er.
Giffords Alternative ist der Vorschlag, etwas ein bisschen Lustigeres zu machen, als die gefürchteten Tischfotos. Freunde und Familie möchten sicher zur Erinnerung ein Gruppenfoto. "Das ist
viel schöner und macht viel mehr Freude. Sie können dann ein großes Foto drucken, anstatt lauter kleiner Gesichter", erklärt Gifford. Das erlaubt den Gästen und Braut und Bräutigam, mehr Zeit
damit zu verbringen, den Empfang zu genießen. Und genau das ist der Punkt.
—von Meghan McEwen für die Wedding Photojournalist Association
|